2022 – es geht weiter

es geht weiter….

Knapp 14 Tage hat Mona Zeit. Dann muss sie wieder zurück (die Hand-OP steht an). Der Plan ist, einmal Rund Rügen zu segeln. Ich habe das zwar schon einmal gemacht, aber für Mona ist das alles neu. Sie freut sich auf 14 schöne Tage auf der Jan. Doch wie immer kommt alles anders…..

Sonntag, 26.06.2022
Tag 1 – die Anreise

Den Mini von Mona habe ich etwas tiefer gelegt. Braucht er eigentlich nicht. Die Straßenlage ist super. Hat ein wenig von GoKart-Fahren.
Um 11 Uhr geht es los. Es läuft sehr gut. Selbst auf der A1 rollt der Verkehr. Bestens. Kurz vor Rostock erwischt uns das erste, angekündigte Unwetter. Für 10 Minuten schüttet es wie aus Eimern und die Sicht wird echt bescheiden. Dann ist es aber auch schon wieder vorbei. Es bleibt bis Greifswald trocken.

Um 18.13 Uhr fahren wir auf den Parkplatz beim Yachtservice Wilke. Nach 696 km und knapp 7h sind wir wieder auf der Jan. Mona freut sich sehr. Über Greifswald donnert und blitzt es und östlich von uns zieht eine dunkle Regenwolke durch. Wir laden aus, schaffen alles zur Jan, richten uns häuslich ein und dann bleibt sogar noch Zeit für einen Anleger im Cockpit, bevor ein kräftiger Regenguss uns unter Deck zwingt.

Es gibt noch ein einfaches Essen und dann ist der Anreisetag auch schon vorbei.

Donnerstag, 30.06.2022
Tag 4 – Der Start

Wie immer brauchen wir ein paar Tage um anzukommen. Wir erledigen einen Großeinkauf, schlendern durch Greifswald und spazieren nach Wieck zur Wiecker Klappbrúcke, die dieses WE ihr 135jähriges Bestehen feiert.

Doch heute soll es los gehen. Um 1/4 vor 1 lösen wir die Leinen und tuckern zu Zugbrücke, die noch von Hand bedient wird. Pünktlich um 13 Uhr öffnet sich die alte Holzkonstruktion und wir nehmen Kurs auf den Greifswalder Bodden.

Ein Kontrollblick nach hinten offenbart uns das nächste Problem auf der Jan. Es kommt fast kein Kühlwasser aus dem Auspuff, dafür aber sehr viel weißer Qualm. Das gefällt mir nicht. Wir nehmen Kurs auf den nächstmöglichen Ankerplatz und nach einer 3/4 Std. fällt der Anker auf 3 m im Dänischen Wieck, nahe dem alten Anleger Ludwigsburg.

Der Anker hält beim 1. Versuch und wie bestellt schläft der Wind immer mehr ein. So verbringen wir eine sehr ruhige Nacht vor Anker. Nur meine Anker-App reißt mich immer wieder aus dem Schlaf. GPS-FIX LOST!, echt nervig. Hatte ich bei dem alten Huawei-Handy nie. Da es weiter so ruhig bleiben soll, schalte ich ihn irgendwann in der Nacht aus.

Freitag, 01.07.2022
Tag 5 – es geht zurúck

Am frühen Morgen liegt Seenebel über dem Wieck. Dieser löst sich bis zum Start um 1/4 nach 8 gottseidank auf.

Dank wenig Wind kann ich das Anker-auf-Manöver gut einhand fahren. Um 1/2 9 Uhr sind wir unterwegs und mit Standgas tuckern wir zurück zu unserem Liegeplatz des letzten Monats. Hier werden wir von Ralf in Empfang genommen, der sich direkt des Problems annimmt.

Zuerst testen wir, ob die Impellerpumpe genug Wasser fördert. Das macht sie! Eine 1/2 Std. später steht fest, das es der Abgaskrümmer ist. Dieser hat nicht genug Durchfluss. Ich mache ein Bild und telefoniere mit Herrn Domek, der mir diesen Krümmer erst im Okt. 2021 eingebaut hat. Wie zu erwarten, kann er mir keinen Ersatz schicken. So muss ich in den sauren Apfel beißen und einen neuen bestellen. Der Originale von Volvo Penta ist mir mit 500 Euro zu teuer. Ich werde nach kurzer Suche bei einem auf Traktor-Ersatzteile spezialisierten Lieferant fündig. Hier kostet er nur die Hälfte und ist auch vorrätig. Ich habe Glück und erwische den Inhaber telefonisch. Er sagt mir zu, den Krümmer noch heute zu versenden. (was er auch macht). So müsste er am Montag hier sein und Ralf kann ihn einbauen. Ich hoffe, das dann das Problem mit dem Kühlwasser der Vergangenheit angehört und auch kein weißer Qualm mehr kommt.

Beim An-Bord-gehen sehe ich, das der Bolzen vom Anker (am Gelenk) etwas hoch steht. Aus reiner Neugierde ziehe ich daran und habe ihn 2 Sek. später in der Hand! Und der Anker fällt, nein, nicht ins Hafenbecken. Habe ich ihn doch immer mit einer Leine am Bugkorb gesichert. Ein weiteres Problem das gelöst werden muss. Ralf nimmt den Anker mit in die Werkstatt und wird bis Montag das Problem beseitigen.

Samstag, 02.07.2022
Tag 6 – Schloß Griebenow

Heute besuchen wir das Barockschloß Griebenow. Es wird zurzeit fúr über 3,8 Mio. Euro saniert. Daher ist das Schloßcafe in das benachbarte Gesindehaus gezogen. Wir bekommen trotzdem einen Pott Kaffee (für 2,50 €) und ein Stück leckeren Streuselkuchen (für 3,00 €). Das finden wir sehr günstig.

Auf dem Rückweg halten wir noch kurz bei Aldi und ergänzen unsere Vorräte. Dann sind wir auch schon wieder auf der Jan und genießen einen kalten Anleger.

Montag, 04.07.2022
Tag 8 – Ersatzteil kommt

Ralf kommt mit dem Anker. Er hat eine neue Imbusschraube eingesetzt. Jetzt sollte der Anker wieder halten.

Am Nachmittag erhalte ich die Information, das Ersatzteil ist geliefert. Ich hole es ab und erfahre, Ralf hat sich für heute krank gemeldet. Wir hoffen noch, aber am nächsten Tag wird es Gewissheit: Ralf hat auch Corona. Auch Mona geht es nicht besonders gut. Sie fühlt sich sehr schlapp, hat Halsschmerzen und hat null Kondition. Wer sich nun bei wem angesteckt hat und ob ich mich auch angesteckt habe wird sich wohl nie klären lassen.

Donnerstag, 07.07.2022
Tag 10 – Abbruch – es geht nach Hause

Bis Mittwoch haben wir noch gehofft, das es wieder besser wird. Doch Mona geht es unverändert schlecht. Und Ralf wird für die nächsten 1 1/2 Wochen ausfallen. Zwar wird Andreas den Abgaskrümmer einbauen, aber wir haben schon gestern beschlossen, wir fahren nach Hause. Zum einen, wenn der Zustand von Mona sich verschlechtert möchte ich sie in einem Krankenhaus in meiner Nähe wissen. Und nächste Woche stehen eh ein paar Arzttermine an. Da ist es besser, wir fahren jetzt schon.

Die Jan darf für die nächsten 3 Wochen dort liegen bleiben. Also packen wir, räumen die Jan auf und machen uns auf den Weg nach Hause.

Kurz vor dem Ziel bekomme ich Heißhunger auf einen richtigen Burger. So fahren wir an unserer Abfahrt vorbei und versuchen unser Glück bei Chuck Diners. Doch der hat heute zu. Also fahren wir nach Mönchengladbach und versuchen unser Glück im Rabbithole. Doch dies hat auch zu. Nebenan in der Hasenbande bei Hensen ist die Küche schon zu. Es scheint, das ich heute keinen Burger mehr bekomme. Es sei denn wir fahren nach Macces. Darauf habe ich aber so gar keine Lust. Einen Versuch wagen wir noch. Nur 900 m weiter gibt es das Nierskind. Dort soll es auch gute Burger geben.

Und diesmal ist uns das Glück hold. Es gibt zwar keine Steaks mehr, aber Burger werden noch serviert. So komme ich doch noch zu meinem Burger. Der schmeckt auch sehr gut. Hier werden wir auf jeden Fall noch mal Essen gehen.

Um 1/2 11 Uhr sind wir Zuhause und werden von unseren beiden Tigern begrüßt. So endet der wohl Seemeilen technisch kürzeste Törn der Jan. Nur 4,7sm haben wir geschafft. Und die Segel haben wir gar nicht gesetzt. Echt schade. Doch irgendwie sind wir froh, Zuhause zu sein.

Wie immer könnt Ihr auf https://skippercharly.de etwas ausführlicher nachlesen, was wir erlebt haben. Schaut doch mal rein.

Ein Kommentar

  1. Oh man, das ist ja echt traurig. So ein Aufwand, so viel Vorfreude und nach der Hindernissfahrt noch corona.
    Ich hoffe, ihr seid gesundheitlich wieder fit

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