2025 konnte der Novembertörn nicht stattfinden. Bei einem Unterwant war eine Kardelle gebrochen. Da zum Austausch der Mast gelegt werden muss und er aufgrund des starken Windes nicht wieder gestellt werden konnte, habe ich den Törn abgebrochen und auf den Mai 2026verschoben.
So können wir ihn mit der Teilnahme am Latte Cup verbinden. Dieses Jahr ist der Start- und Zielhafen Stavoren. Das ist schön, liege ich doch nur ein paar Meter weiter in Warns.
Leider ist Christoph nicht dabei. Er segelt mit Freunden auf seiner Fledermaus.
Und auch Doro muss kurzfristig absagen. Ihr Darm macht wieder Probleme. Schade, aber nicht zu ändern.
Freitag, 29. Mai 2026
Viersen – Warns – Stavoren
10 Minuten zu früh ist Viktor schon da. Wir laden alles in den T4 und eine Viertelstunde später sind wir schon auf dem Weg. Nur noch kurz bei meiner Schwester vorbei, den Kartoffelsalat abholen. Die Fahrt nach Warns ist wie immer ereignislos und ohne Stau. Patricia ist schon knapp 1 Stunde vor uns im Hafen. Schnell sind alle Sachen an Bord und wir legen ab. Und legen in Stavoren vor dem Plus zum Einkaufen wieder an. Nach einer Stunde haben wir alles für die nächsten Tage. Jetzt noch die Seemeile bis zur Buitenmarina. Es donnert und blitzt. Vorsorglich ziehe ich meine Regenjacke an.
Auch Viktor und Patricia hüllen sich in ihre Regenklamotten. Kaum haben wir das Regenzeug an, fängt es an zu schütten. Wir werden ordentlich nass. Nach der Schleuse sind es nur noch ein paar Meter bis zur Buitenmarina.
Der reservierte Liegeplatz ist besetzt, aber Britta ruft mir den neuen Platz zu. Das 1. Manöver klappt nicht, aber im 2. Anlauf schaffe ich es. Pierre und Britta nehmen meine Leinen an und nach einem großen Hallo gibt es erst einmal einen Anleger.
Es sind schon jede Menge Teilnehmer da. Überall sieht man an den Achterstagen die grüne Latte Cup Flagge. Ich bekomme von Pierre eine Neue, bin ich doch der Meinung meine liegt Zuhause (stimmt nicht; hatte sie in meinem Navi-Schapp)
Ich spaziere ein wenig über den Steg und treffe etliche bekannte Gesichter. Bei Uwe bleibe ich auf einen Wein hängen. Eine lustige Truppe hat sich hier gefunden. Zurück auf der Jan sind Verena und Rami ebenfalls schon eingetroffen.
Jetzt können wir grillen. Patrick von der Maui hat seinen Grill schon an. Wir dürfen ihn auch benutzen und so brutzeln bald schon die von Rami mitgebrachten Hähnchenschenkel auf dem Grill.
Es wird ein schöner Abend. Mit vielen guten Gesprächen. Und die eine oder andere Flasche Bier.






Samstag, 30. Mai 2026
Stavoren – Regatta-Day
Um 12 Uhr ist das große Palaver. Hier erfahren wir wie der Regatta Kurs aussieht und werden noch mal eindrücklich daran erinnert dass dies eine Familien- und Fun Regatta ist.
Der Start ist um 14 Uhr. Zeit genug sich eine Taktik zu überlegen und die Jan Regatta klar zu machen.
Um 1:30 Uhr liegen wir ab und Motoren Richtung Startlinie. Setzen das groß und kurz darauf das Vorsegel.
Wir erwischen einen guten Start und können lange Zeit unsere Position im Spitzenfeld behaupten. Doch dann zieht ein Schiff nach dem anderen an uns vorbei. Am Ende sind wir auf Platz XX. Doch mit dem mit diesem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, aber nächstes Jahr müssen wir besser werden.
Zurück im Hafen bereiten wir alles für das Grillen vor. Ein wenig neidisch sind die anderen Crews schon auf unsere Biergarnitur. Einen Mitsegler mit einem T5 zu haben hat schon seine Vorteile.
Es wird wieder ein sehr schöner Abend und diesmal gibt es auf der Jan auch keine Ausfälle.














Sonntag, 31 Mai 2026
Stavoren – Enkhuizen
Heute heuern Rami und Verena ab. Sie fahren wieder nach Hause. Ich fahre mit Viktor zum Plus und kaufe noch ein paar Lebensmittel ein.
Bevor die beiden jedoch abheuern, hilft Rami noch, Patricia in den Mast zu winschen. Sie soll die beiden Windfahnen vom Verklicker ersetzen.
Die Demontage in 16 m Höhe klappt, jedoch bekommen wir die Schraube, um die beiden Windfahnen zu lösen, trotz Einsatz von WD40 nicht gelöst. Total korrodiert. Rami kauft im Hafen-Shop einen neuen Verklicker für 49 Euro. Eine 1/2 Std. später ist Patricia wieder unten und um eine Erfahrung reicher. Allerdings wird sie noch 2 Tage später diese Aktion bereuen.
Um 14 Uhr lösen wir die Leinen und mit einem schönen Segelwind geht es Richtung Enkhuizen.
Unterwegs kommt eine Anfrage über die Latte Cup WhatsApp Gruppe ob jemand der in Enkhuizen liegt ein Verlängerungskabel hat. Ich habe noch eines in der Backskiste liegen. Leider kommt es zu einem Missverständnis und so fahre ich in den Compagniehaven, suche verzweifelt den Empfänger des Kabels. Dieser liegt jedoch im Buitenhafen. Nachdem das geklärt ist fahren wir in den Buitenhafen. Ich erwische noch einen Platz an der Südkade. Nach dem ein Motorboot die Lücke etwas vergrößert hat, passt auch die Jan hinein.
Wir liegen nur ein paar Meter vom Sanitärgebäude entfernt und natürlich ist der Weg zur Fischbude sehr kurz.
Jetzt gibt es erst einmal ein Fischbrötchen und einen kalten Anleger. Ach ist das schön bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen im Cockpit zu sitzen und ein kaltes Bier zu genießen.
Heute gibt es einen Salat und Spaghetti Bolo. Das Gericht darf ja auf keinem Törn fehlen.





Montag, 1. Juni 2026
Enkhuizen – Amsterdam
Heute geht es nach Amsterdam. Um 1/2 12 Uhr legen wir ab und tuckern zur Schleuse. Die zeigt schon grün. Also lege ich den Hebel auf den Tisch und mit 7 kn brettere ich zur Schleuse.
Nach der Schleuse setzen wir das Groß und nach dem Verlassen des Schleusen-Vorhafens kommt die Genua hinzu.
Die nächsten 6 Stunden können wir segeln. Allerdings nicht auf dem direkten Weg nach Amsterdam. So bergen wir gegen 18 Uhr die Segel und motoren Richtung IJ. Um 19.10 Uhr machen wir am Wartesteg der Schellingwouderbrug fest. Pünktlich um 19.20 Uhr hebt sich die Brücke. Wir machen uns klar zum Ablegen. Doch vor uns blockiert eine Yacht die Zufahrt zur Brücke und so gehen die Lichter nicht auf grün, sondern die Brücke schliießt wieder. Also eine 1/2 Stunde warten! Damit wir bei der nächsten Öffnung nicht wieder übersehen werden, lege ich mich ganz nach vorne an den Wartesteg.
Die Lichter gehen 5 Min. vor der Öffnung auf rot/grün und nachdem die Brücke geöffnet ist, auf grün und wir können durchfahren. Und wir müssen auch vor der Oranjesluis nicht lange warten.
Eine 1/2 Std. später laufen wir im Sichaven ein. Ein freundlicher Segler hilft uns beim Anlegen. So können wir 10 Min. später einen kalten Anleger genießen.
Morgen werden wir Amsterdam erobern. Heute bleiben wir auf der Jan, genießen die restlichen Spaghetti mit Bolo.







Dienstag, 2. Juni 2026
Amsterdam – Hafentag
KNMR gibt eine Warnung für Vlissingen + Zierikzee aus. SW6. Auch auf dem Markermeer soll gut Wind sein. SW4-5, gelegentlich Schauer. Also garnicht so falsch, das wir einen Hafentag einlegen.
Wir machen uns auf nach Amsterdam. Da ich nicht gut zu Fuß bin, mache ich an der 1. Gracht Pause während Viktor und Patricia Amsterdam erkunden.
Im Cafe van Zuylen, einem Cafe mit Geschichte, genieße ich noch einen Sauerkraut-Stamppot. Wird mir als Spezialität des Hauses empfohlen. Ich bereue es nicht. Schmeckt wirklich sehr gut.




Mittwoch, 3. Juni 2026
Amsterdam – Hoorn
Heute geht es zurück ins Markermeer nach Hoorn. Nachdem wir die Oranjesluisen und die Schellingwouderbrug passiert haben, setzen wir zuerst nur die Genua. Nach 2 Stunden setzen wir das Groß im 2. Reff dazu und rollen einen guten Teil des Vorsegels ein.
Die Segel bergen wir erst im (großen) Vorhafen. Auch im Stadthaven von Hoorn ist es erstaunlich leer. So können wir uns noch einen Platz aussuchen. Schöner ist die Parkseite. Ich lege jedoch an der Stadtkade an. So ist der Weg zu den Duschen recht kurz.
Nachdem wir einen Anleger genossen haben, machen wir uns ein einfaches Abendessen. Es gibt Bratkartoffel mit Würstchen. Bratkartoffeln gehen immer, meint Viktor.




Donnerstag, 4. Juni 2026
Hoorn – Hafentag
Schon in der Nacht hat es ordentlich aufgebrist. Merkt man sogar im Stadthaven. Für heute ist im Markermeer 7 Bft. angekündigt. Ein Grund, heute im Hafen zu bleiben. Viktor und ich laufen in die Stadt ein paar fehlende Lebensmittel zu kaufen.
Den Rest des Tages tun wir….. Nix.








Freitag, 5. Juni 2026
Hoorn – Urk
Heute geht es weiter. Um kurz nach 12 lösen wir die Leinen, setzen im Vorhafen die Segel und segeln einmal quer übers Markermeer nach Lelysstad.
Der Versuch, in der Nähe der Rekontruktion des historischen Segelschiffs Batavia anzulegen scheitert leider. Außerdem ist es schon 16 Uhr. Und um 17 Uhr endet die Besuchszeit. Verschieben wir auf das nächste Mal.
Nach der Schleuse können wir noch einmal Segel setzen und 1 Stunde später stehen wir vor der Einfahrt Urk. Die Westkade an der Strandseite wird gerade erneuert. Also lege ich mich im Nieuwehaven. Ganz am Ende finde ich noch einen Liegeplatz längsseits an der Kade. Eigentlich dürfen hier nur Schiffe bis 3m Breite liegen (und die Jan ist 3.80), aber ich lege trotzdem an. Und es kommt niemand, der uns verjagt.






Samstag, 6. Juni 2026
Urk – Warns
Heute geht es zurück nach Warns. Bevor wir ablegen, versuche ich noch Thunfischsteaks für unser Abendessen zu besorgen. Heute gibt es das Captainsdinner. Viktor und ich laufen uns die Füße platt. Und finden kein vernünftiges Fischgeschäft.
Erst als ich die Hoffnung schon aufgegeben habe, werde ich bei Baarssen fündig. Ist direkt am Hafen. Hätten wir garnicht so weit laufen müssen.
Jetzt können wir endlich ablegen und mit einem Reff im Vorsegel geht es Richtung Stavoren. Der Wind frischt etwas auf und ich drehe noch etwas vom Vorsegel weg.
An der ST1-SB2 (war früher mal eine Kardinaltonne VZ-West), packen wir die Segel ein und motoren die restlichen Seemeilen bis zur Einfahrt.
Ich biege kurz in die Buitenmarina ab, setze Viktor am Meldesteg ab und dann geht es zur Schleuse.
Hier müssen wir nicht lange warten und so tuckern wir über den Johan Frisokanaal Richtung Warns.
Viktor meldet sich. Im De Vrijheid liegt dort wo ich im Winter gelegen habe, ein großes Plattbodenschiff. Davor ist zwar noch ein Platz frei, aber ich weiß nicht, ob dieser frei ist. Ich entscheide mich, die Jan nun doch auf meinen Liegeplatz im De Stormvogel zu legen. Die No. 7 ist auch noch frei und um 19 Uhr geht die Maschine aus und der Törn ist vorbei.
Heute gibt es ein Captain-Dinner. Thunfisch-Steak mit Bratkartoffel und geschmorte Möhrchen. Danach den super leckeren Nachtisch von Patricia.




Resümee
Auch dieser Törn war wieder sehr schön. Nach 7 Tagen und 137 sm im Kielwasser. Davon konnten wir 112 sm (82%) segeln. Wir waren 35:55 Stunden unterwegs und haben den Diesel 11,6 Std. benutzt.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn es heißt
Leinen los.



Super Törn ⛵ und super Bericht. Beim Lesen ist man ja fast dabei gewesen. Die Anleger und kulinarischen Genüsse lassen sich mit einem Weinchen am Sommerabend und dem Grillduft aus der Nachbarschaft halbwegs nachvollziehen. Seid herzlich gegrüßt g