Pieperrace 2026


auf der Catharina van Mijdrecht – mit Jos als Skipper

Auch 2026 nimmt die Catharina van Mijdrecht, ein 110 Jahre altes, segelndes Frachtschiff vom Typ Dedemster Klipperaak, mit einer bewegten Geschichte (könnt Ihr hier nachlesen), wieder am Pieperrace, dem Kartoffelrennen, dessen Tradition im Hungerwinter 1944/45 begann, teil.

Und wir sind wieder dabei!

Wir, das sind Anke, Ben, Doro, Patricia, Viktor und meine Wenigkeit. Für Ben, Doro und Viktor ist es das erste Mal auf der Catharina. Anke, Patricia und ich sind schon Wiederholungstäter. Letztes Jahr (siehe Pieperrace 2025), hatten wir super Wetter. Und auch dieses Jahr scheint es bestes Wetter zu geben. Jedenfalls findet die Anreise schon mal bei blauem Himmel und Sonnenschein statt.

Freitag, 10.04.2026

Viersen – Volendam

Dieses Jahr klappt es mit der Fahrgemeinschaft nicht. Ich habe einen Termin, den ich nicht verpassen möchte. So setze ich mich um 15 Uhr in die vollgeladene MO und fahre… direkt Richtung Volendam.

Während Anke, Ben, Doro, Patricia und Viktor schon an Bord und auf dem Weg nach Volendam sind, fahre ich mit den vorgeschriebenen 100 Stundenkilometer nach Volendam.

Der Sprit hier in den Niederlanden ist immer noch teurer als in Deutschland. ich habe am Tag vor der Reise aufgetankt (natürlich vor 12 Uhr) und stolze, nein, unverschämte 2,059 Euro je Liter für E10 bezahlt. Und das war noch günstig. Bis 2.459 ist der Preis gestiegen.

So versucht man, so spritsparend wie möglich zu fahren.

Nach knapp 3 Stunden komme ich in Volendam an. Auf dem Weg zum Hafen versperrt mir ein Poller den Weg. Während ich noch überlege, wie es weitergeht, versenkt sich der Poller und die Ampel wird grün. So fahre ich bis unmittelbar vor dem Schiff. Ein 2. Poller verschwindet genauso im Boden wie der 1. Und auch die Schranke vor dem Parkplatz öffnet sich für mich.

Ich bin gespannt auf die Rechnung am Ende des Pieperrace fürs Parken. Ist mir aber egal. So stehe ich mit der MO nur 20 m neben dem Liegeplatz der Catharina.

Doro und Viktor kommen mir entgegen und schleppen mein Gepäck zum Schiff. Dieses Mal liegen wir als 4. Schiff auf Päckchen. Werden also Morgenfrüh als 1. ablegen. Hat seine Vor- und Nachteile.

Während Viktor mein Gepäck in unsere Kabine (wir haben diesmal zu zweit die 4er Kabine im Bug) bringt, begrüße ich Jos, den Skipper. Auch Sandra (für das Catering zuständig) ist schon an Bord. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Erik, dem Leichtmatrosen, sowie Remke, dem Lebensgefährten von Sandra. Auch ein paar Gäste sind schon an Bord. Wir sind wieder, wie letztes Jahr, die einzigen deutschen Gäste

Nach einem großen Hallo bekomme ich noch ein warmes Abendessen. Sandra ist so lieb und wärmt mir eine (Riesen-) Portion auf. Viel zu viel für mich. Aber ich bin froh, das ich es inzwischen schaffe, aufzuhören wenn ich satt bin. Als Kind musste ich immer meinen Teller leer essen. Dies war bei mir so drin, das ich oft weit über meinen Hunger gegessen habe. Dafür kämpfe ich nun mit einem Übergewicht, das meiner Gesundheit bestimmt nicht zuträglich ist.

Nach dem Essen sitzen wir noch lange zusammen. Jos erzählt die über 100jährige Geschichte der Catharina. Einmal auf niederländisch und ein 2. Mal auf deutsch.

So erfahren wir, das die Catharina als eine der letzten Frahctsegler gebaut wurde. Der Eigner hatte, was seine Geschäfte anging, keine glückliche Hand und musste auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten das Schiff verkaufen. Der 2. Eigner hat es erfolgreicher als Frachtsegler eingesetzt. Sein Sohn hat dann aus dem Frachtsegler ein Motorschiff gemacht. Vom Wind unabhängig sein, war für das Frachtgeschäft wesentlich lukrativer.

Der nächste Eigner hat es dann wieder zu einem Segelschiff umgebaut. Gleichzeitig aus dem Frachtsegler ein Fahrgastschiff gemacht. So hat Jos es dann auch übernommen. Und das vor über 25 Jahren.

Wer die gesamte Geschichte der Catharina nachlesen möchte, kann das hier tun: https://catharinavanmijdrecht.de/geschichte-der-catharina-van-mijdrecht/

Wir leeren noch die eine oder andere Flasche Wein. Schnell ist es nach Mitternacht und wir verholen uns in die Kojen.

Samstag, 11.04.2026

Volendam – Tag 1

Viktor ist wie immer früh auf. Beim 1. Kaffeeduft, der mir in die Nase steigt, hält mich auch nichts mehr in der Koje.

Schnell unter die Dusche. Das Wasser wechselt von lauwarm auf kalt. Danach bin ich wach und freue mich auf den 1. Kaffee. Den genieße ich an Deck. Es ist frisch, aber die Sonne blinzelt durch die eine oder andere Wolkenlücke. Ben macht ein wenig Frühsport an Deck. Erzählt mir, das er es jeden Morgen macht. Sich 10 Min. Zeit nimmt um seine Gelenke in Bewegung zu bringen. Müsste ich auch machen. Nehme es mir schon seit Monaten vor. Und vielleicht schaffe ich es ja auch. Anfangen ist immer das schwierigste.

Inzwischen sind alle wach und das Frühstücksbuffet ist angerichtet. Wie auch letztes Jahr ist das Buffet gut und nach dem Frühstück machen wir schnell klar Schiff, ziehen schon unsere Segelklamotten an und warten auf den Start.

Doch zuerst verschwindet Jos mit Erik und Remke zum Skipper-Palaver.

Heute starten wir zwischen 11 und 11.30 Uhr. Genug Zeit um sich und das Schiff seeklar zu machen. Ich stelle mal wieder fest, das die Kalorientierchen im Winter fleißig waren und meine Segelhose enger genäht haben. Ich bekomme den Reißverschluß nur noch mit Mühe zu und habe Angst, das er die Belastung nicht aushält.

Dann geht es los. Bei bestem Wetter legen wir ab und motoren raus aufs Markermeer.

Um die Catharina in ein Segelschiff zu verwandeln ist viel Kraft nötig. 135 qm Groß sind, nur mit Taljen, zu setzen. Da sind alle Hände nötig. Gottseidank haben noch ein paar Tagesgäste angeheuert. So haben wir genug Hände.

Die Catharina legt sich ein wenig schräg und der Job auf dem Vorschiff wird naß.

Unter vollen Segeln nähern wir uns der Startlinie und schon beginnt das Race. Wir haben einen perfekten Segelwind und so kommen wir gut voran.

Nach knapp 3 Stunden sind wir, dank des guten Windes, schon wieder zurück im Hafen. Nun wartet ein frisch gezapftes Bier auf uns. Dazu gibt es ein paar Knabereien. Wir genießen die Sonne auf dem Deck. Die Stimmung ist gut. Wir waren schnell unterwegs und unser Skipper ist zufrieden.

Sandra ist schon fleißig und so heißt es bald: „Essen fassen“.

Es wird ein lustiger Abend. Doch so ein Segeltag ist anstrengend. Also verschwinde ich recht bald in die Koje.

Sonntag, 12.04.2026

Volendam – Monnickendam – Tag 2

Auch heute beginnt der Tag mit einem Kaffee auf Deck. Kein Regen und die Sonne scheint. Blauer Himmel und Wind! Was will man mehr?

Nach einem guten Frühstück gehen Jos und Erik wieder zum Palaver. Dann ist es auch schon bald soweit und die Catharina legt ab.

Heute starten wir eine 1/2 Stunde früher. Der Wind soll im Laufe des Tages schwächer werden. Also kreuzen wir die Startlinie so früh wie möglich.

Es wird wieder ein super schöner Segeltag. Und das Wetter meint es wieder gut mit uns. So macht die Regatta Spaß.

Um kurz vor 15 Uhr kreuzen wir die Ziellinie und sind, wie wir später erfahren, in unserer Klasse das schnellste Schiff.

Fest im Hafen gibt es den obligatorischen Anleger. Dann geht es zur Siegerehrung. Ganz schön voll die Kneipe. Stolz nimmt Jos den Pokal entgegen.

Zürück auf der Catharina muster ich kurzfristig ab. Während Jos nach Monnickendam tuckert, fahre ich mit der MO über Land nach Monnickendam.

Wir sitzen noch etwas an Deck und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Dann geht es zum de Koperen Fish. Dort hat Sandra für uns einen Tisch resereviert.

Das Essen ist nicht günstig, aber dafür sehr gut. Wir tafeln alle ordentlich. Bis auf Doro, die ja Probleme mit ihrem Darm hat und nicht alles verträgt.

Satt und zufrieden geht es zurück zum Schiff. Hier leeren wir noch die eine oder andere Flasche Wein. Dann haben wir die nötige Bettschwere erreicht und verziehen uns in die Kojen.

Montag, 13.04.2026

Monnickendam – Warns

Wir haben keinen Streß und so kann ich mich noch einmal umdrehen und ein wenig schlummern. Aber wie inzwischen immer, treibt mich ein menschliches Bedürfnis aus der Koje. Also schnell eine Katzenwäsche und schon sitzen wir zum letzten Mal am Frühstückstisch.

Während die anderen packen kann ich noch in Ruhe einen Kaffee trinken. Der größte Teil meines Gepäcks ist ja schon im Mini.

Dann ist die Stunde des Abschieds gekommen. Während Ben & Patracia sich Richtung Brandenburg und Viktor mit Anke & Doro nach MG auf den Weg machen, fahre ich Richtung Warns zur Jan.

Der Mast steht wieder und das neue, stehende Gut ist montiert. So werde ich in den nächsten Tagen die Jan auftakeln und die ToDo-Liste abarbeiten. Am WE folgt dann ein Manövertraining. Doch davon in einem anderen Bericht mehr.

Resümee

Es war mal wieder toll. Das Wetter war uns hold, wir hatten perfekte Segelbedingungen und es hat allen Spaß gemacht. Die Stimmung an Bord war super und so seht schon jetzt fest:

Wir kommen wieder!

coole Truppe

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