Novembertörn 2025

Pleiten, Pech und Pannen

Eine bessere Überschrift ist mir für den diesjährigen Novembertörn nicht eingefallen. Dabei sah es in der Planung so gut aus. Zuerst habe ich die Verlängerung auf eine Woche inkl. Wochenende hin bekommen. Dann sah es auch so aus, als ob die Jan ihren Ruf als Gourmetschiff wieder verteidigen kann. Und das, obwohl wir dieses Jahr wieder vegetarisch untwegs sind. Doch dann hat Murphy wieder zugeschlagen. Was schief gehen kann geht schief. Aber lest selbst……

Freitag, 24.10.2025

Tag 1 – Viersen – Lemmer – Warns

Eigentlich sollte ich schon auf der Jan sein. Aber da das Vorstag letzten Sonntag noch nicht repariert und für das Ende der Woche auch viel Wind angekündigt war, habe ich den Törn mit Volker abgebrochen und bin nach Hause gefahren.

So nimmt mich Viktor, der wie immer pünktlich mit seinem T5 vor meiner Haustüre steht, mit zur Jan.

Wir halten kurz in Lemmer an, da ich beim lokalen Schiffsausrüster noch ein paar Schäkel kaufen muss. Und da wir einmal hier sind, kaufen wir auch den größten Teil der von Christoph erstellten Einkaufsliste ein.

Dann geht es weiter bis nach Warns. Die Jan liegt ja seit April im De Stormvogel. Nach knapp 3 Stunden plus Einkauf parkt Viktor den T5 auf dem Parkplatz.

Wir schaffen das Nötigste an Bord und gönnen uns dann den verdienten Anleger.

Patricia ist auch seit Mittag unterwegs, aber die Anreise aus Berlin ist doch etwas länger. So klingelt erst gegen 19 Uhr mein Handy. Viktor läuft ihr entgegen, doch sie hat den Bulli schon gefunden. Aber ist trotzdem dankbar. So ist es doch einfacher mit ihrem Gepäck. Ja, beim Novembertörn sind die Taschen schon etwas größer. Immerhin muss man vernünftige Segelklamotten dabei haben. Apropo vernünftige Segelklamotten. Bei mir steht der Kauf einer neuen Segeljacke an. Wenn Ihr also einen guten Tipp für mich habt, hinterlaßt einfach einen Kommentar. Danke!

Nach dem großen Hallo und einem Anleger gibt es die von Viktor’s Mama gezauberten, super leckeren Piroschki. Das sind mit Kraut oder Fleisch gefüllte Teigtaschen. Super frisch und wie gesagt, super lecker!

Dazu genießen wir noch die eine oder andere Flasche Rotwein aus den Beständen der Jan.

Die Zeit verfliegt und schnell heißt es, ab in die Koje. Ich mache mir mein Bett im Salon. Christoph kommt zwar erst am Sonntag, aber dann brauche ich in 2 Tagen nicht wieder umziehen.

Samstag, 25.10.2025

Tag 2 – Warns

Wie angekündigt, ist es sehr windig. Es stürmt mit W7. Und immer wieder zieht eine Regenschauer durch. Bei diesem Wind das Vorsegel aufzuriggen ist keine gute Idee.

Also machen wir uns auf nach Stavoren zum Plus um die noch fehlenden Lebensmittel einzukaufen. Bis auf die Pastinaken bekommen wir auch (fast) alles.

Dann geht es zurück zur Jan. Patricia fängt an zu kochen. Heute gibt es als Vorspeise Rucola mit Feta und Tomaten. Als Hauptspeise Hähnchenkeulen mit spanischen Kartoffeln und Mojo, einem super leckeren Dip. Doro, unsere Vegatarierin kommt ja erst morgen. Da können wir heute noch einmal ein Gericht mit Fleisch zubereiten.

Als Nachtisch gibt es Joghurt mit Sahne, Kokoszwieback und rote Grütze. Für die rote Grütze, die in den Niederlanden genauso wie Linsensuppe, nicht zu bekommen ist, nehmen wir eingekochte Kirschen. Schmeckt auch sehr gut. (wenn es auch nicht ganz so gut aussieht)

Es wird ein wahres Festmahl. Und bis auf etwas Nachtisch und eine winzige Kartoffel bleibt auch nichts übrig.

Satt und zufrieden fallen wir in die Kojen.

Sonntag, 26.10.2025

Tag 3 – Warns

Schon in der Nacht hat es ordentlich aufgebrist. Der Wind heult durch die Wanten. Gut 7-8 Bft. sind es. Doch hier im De Stormvogel liegt man durch die Bebauung gut geschützt.

Nach einem guten Frühstück machen wir uns auf Richtung Stavoren. Ein wenig über den Deich laufen. Für Patricia ist die durch den starken Wind erzwungene Inaktivität an Bord nichts.

Wir werden (fast) vom Deich gepustet. Schon beeindruckend, welche Kraft der Wind hat. Nur den Schafen macht es nichts aus. Sie grasen in aller Seelenruhe auf dem Deich.

Bevor es zurück zum Schiff geht, machen wir eine Pause im Grand Cafe Grande. Bei einem heißen, naja warmen, Becher Chokomelk met slagrom lassen wir es uns gut gehen.

Zurück an Bord beginne ich mit den Vorbereitungen für das Abendessen. Heute gibt es Apfel-Sellerie-Suppe als Vorspeise. Dann eine Linsen-Bolognese mit Vollkornspaghetti. Als Nachtisch waren eigentlich Bratäpfel angedacht. Da wir aber noch reichlich Nachtisch von gestern haben, wird dieser erst verwertet.

Um 19 Uhr kommen Christoph & Doro an. Nach einem großen Hallo sitzen wir erst einmal alle am großen Salontisch und genießen das leckere Abendessen.

Montag, 27.10.2025

Tag 4 – Warns

Heute soll es endlich los gehen. Doch wie gesagt, ist bei diesem Törn Murphy dabei. Als erstes stellen wir am geliehenen Vorsegel einen Riss am Achterliek fest. Dieser müsste auf jeden Fall beseitigt werden. Ich hoffe, das dies mit einem Streifen Segeltape erledigt ist.

Ich vermisse weiterhin die 2. Schot fürs Vorsegel und bin mir sicher, damit mein kaputtes Vorsegel verschnürt zu haben. Das liegt ja beim Segelmacher. Bei einem Anruf kann dort niemand die Schot finden. Also fährt Christoph nach Koudum (Gottseidank nur 15 Min. mit dem Auto), lässt das Vorsegel überprüfen und fragt noch einmal persönlich nach der Schot.

Christoph meldet sich kurz darauf. Die 2. Schot ist gefunden, aber es sind mehrere Beschädigungen am Achterliek. Dies müsste genäht werden. Die gute Nachricht: Das würde im Laufe des Nachmittags passieren. So gebe ich die Reparatur für 150 Euro in Auftrag. Zu diesem Zeitpunkt hoffe ich ja noch, spätestens morgen endlich segeln zu können.

Gegen 16 Uhr kommt der Anruf, wir können das Vorsegel abholen. Christoph fährt direkt los.

Der Wind hat auch etwas nach gelassen. So könnten wir das Vorsegel anschlagen. Gerade als wir damit beginnen stellt Christoph eine Beschädigung an der Unterwant fest.

Ich versuche zuerst, Han, meinen Hafenmeister, zu erreichen. Als mir das nicht gelingt, rufe ich direkt bei De Groot an. Bei dem Telefonat stellt sich heraus, das De Groot den Schaden bereits bei Han gemeldet hatten. Von ihm habe ich aber keine Information bekommen.

Von De Groot kann aber frühestens jemand morgen Mittag kommen. Wenn wir das Unterwant aber noch heute vorbei bringen, würde es schneller gehen.

Der Versuch, das Unterwant selber zu demontieren, scheitert jedoch. Um es zu demontieren, muss der Mast gelegt werden.

Also gibt das heute nichts und wir müssen warten, was morgen passiert.

Heute kocht Christoph. Es gibt ein Rote-Beete-Carpaccio als Vorspeise, Pastinaken-Gulasch mit Kartoffel als Hauptspeise und frische Feigen aus dem eigenen Garten mit Käse als Nachtisch.

Dienstag, 28.10.2025

Tag 5 – Warns

Bereits 5 Tage hängen wir hier fest.

Nach dem obligatorischen Frühstück beginnen Viktor und ich damit, den Mast fürs Legen vorzubereiten. Also alle Leinen zurück ziehen, Baum und Baumniederholer ab. Gottseidank macht mich Christoph darauf aufmerksam, das auch die Leitungen gekappt werden müssen. Jetzt ist alles klar zum Mast legen.

Doch es passiert….. nix. Irgendwann kommt Han vorbei und teilt uns mit, das es heute zu windig war, um den Mast zu legen. Morgenfrüh um 8 Uhr soll es passieren.

Wir verholen die Jan noch nach De Vrihheid unter den Mastenkran.

Heute gibt es als Vorspeise die übrig gebliebene Apfel-Sellerie-Suppe. Als Hauptspeise machen wir uns Thai-Sommerrolls. Und es gibt heute keinen Nachtisch.

Mittwoch, 29.10.2025

Tag 6 – Warns

Um kurz nach 8 geht es los. Kurz darauf liegt der Mast neben der Jan. Und dann…. passiert wieder nichts. So baue ich die Unterwanten selber ab und Christoph fährt mich nach Stavoren zu De Groot.

Wie schon fast erwartet hat De Groot viel zu tun. D.h. die Unterwanten werden erst gegen Feierabend fertig. Was aber noch schlimmer ist, es findert sich niemand, der den Mast nach dem Stellen trimmen kann. Diese Woche nicht mehr. So lautet die Auskunft von Herrn De Groot.

Zurück auf der Jan halten wir Kriegsrat. Da ich nicht mehr davon ausgehe, das der Mast in dieser Woche noch gestellt und getrimmt wird, sage ich den Novembertörn ab.

Während Patricia beschließt, schon morgen nach Hause zu fahren, bleiben Christoph, Doro uns Viktor noch bis Sonntag.

Heute kocht Doro. Es gibt Kinoa-Salat, Omlet á la Doro und als Nachtisch Joghurt mit frischen Beeren und Sahne. Natürlich alles vegetarisch. Und sehr lecker.

Donnerstag, 30.10.2025

Tag 7 – Warns

Während Pactricia ihre Sachen packt und Richtung Berlin entschwindet, kümmeren sich Viktor und Christoph um den Scanstrut am Mast. Da müssen neue Gewinde gebohrt werden. Und die oberste Stufe vom Niedergang ist abgebrochen und muss repariert werden.

Ich telefoniere mit Han und vereinbare, das der Mast im Mastenlager liegen bleibt. Außerdem wird das komplette stehende Gut ausgetauscht.

Heute gibt es einen Salat. Dann einen Kartoffel-Gemüse-Auflauf und als Nachtisch einen Blaubeer-Bananen-Joghurt.

Freitag, 31.10.2025

Tag 8 – Warns

Während ich mich um das (Süss-)Wasser in der Bilge kümmere, fahren Christoph, Doro und Viktor nach Hindeloopen und Workum. Ein wenig Sightseeing Friesland.

Ein wenig traurig bin ich schon. Die Jan liegt ohne Mast im Hafen. Und die Novembertörn-Flotte hat einen super geilen Regattatag.

Heute gibt es meine berühmte Knoblauch-Hack-Suppe mit Lauch und ohne Hack. Dafür mit Soja. Als Hauptspeise gibt es Karfoffelpfanne mit Mozarella. Und heute gibt es mal einen einfachen Nachtisch. Obstsalat mit Vla. Schnell gemacht und lecker.

Samstag, 01.11.2025

Tag 9 – Warns

So langsam neigt sich der Novembertörn dem Ende entgegen. Und die Jan ist keine Seemeile gesegelt. Echt schade. Aber mit einem beschädigten Unterwant wäre es total unvernünftig gewesen, die Segel zu setzen.

Der Bruch des Vorstags im September hat mir gereicht. Das möchte man nicht noch einmal erleben.

Während die Drei (Christoph, Doro und Viktor) auf Museumstour gehen (heute ist in den Niederlanden, oder nur in Friesland, Tag der offenen Tür für Museen; also kostenloser Eintritt) arbeite ich am Notebook meine aufgelaufenen Mails ab.

Sonntag, 02.10.2025

Tag 10 – Warns – Viersen

Heute haben wir volles Programm.

  • Taschen packen und verladen
  • Wasser aus beiden Bilgen (Motor&Hauptbilge) entfernen
  • Die Jan auf ihren Winterliegeplatz verlegen
  • Motor winterfest machen
  • Frischwasseranlage winterfest machen
  • Toilette winterfest machen
  • Entfeuchter aufstellen
  • elektr. Entfeuchter in Betrieb nehmen.
  • Polster hochstellen
  • Kühlschrank ausräumen & sauber machen
  • ect. ect.

So gibt es nach dem Frühstück viel zu tun. Und es ist fast 16 Uhr, bis wir soweit alles erledigt haben. Dann schleppen wir die letzten Sachen zum Auto und kurz darauf starten wir gen Heimat.

Die Fahrt selber ist ereignislos und gegen 19:30 Uhr bin ich pünktlich zum Tatort wieder Zuhause. Schnell ist alles ausgeladen und Viktor verabschiedet sich.

So endet der Novembertörn! Und die Jan ist keine einzige Seemeile gesegelt. Dafür liegt sie jetzt ohne Mast im Winterlager.

Ein Kommentar

  1. Ja, manchmal kommt eins zum anderen. Es war aber scheinbar doch ein gastronomischer Erfolg. Ich bekam echt Appetit!
    Ich drück die Daumen!

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