Sie ist wieder in Ihrem Element!

glückliche Eigner

Vor 2 Wochen erreicht mich die Nachricht von Michiel, dem neuen Inhaber von @Sail Yachting, das die Jan van Gent wieder im Wasser und damit wieder in ihrem Element ist. Die restlichen Arbeiten am Schiff wurden erledigt und in der nächsten Woche wird der Mast gestellt. Das Auftakeln möchte ich, mit der Unterstützung von Michiel, selber machen.

Da sich die Fertigstellung der Salonpolster verzögert, geht es erst kurz vor dem 1.-Mai-Wochenende nach Workum. Wir kommen sehr spät am Mittwochabend los, die Autobahn ist (fast) leer und es ist schon weit nach Mitternacht, bis wir vor der Schranke des Jachthafens stehen. Der am Briefkasten hinterlegte Zugangspass ist nicht zu finden. Verständlich, hat doch ein freundlicher Anwohner die am Briefkasten klebende Karte gesehen und gedacht, da soll sie doch bestimmt nicht bleiben. Also hat er sie an sich genommen. Tolle Wurst. Doch während ich noch den Boden rund um den Briefkasten absuche, öffnet sich die Haustüre und nach einem kurzen, klärendem Gespräch, halte ich die vermisste Karte in Händen. So können wir doch noch bis (fast) zum Schiff fahren. Glück gehabt.

Beim Ausladen erwischt uns natürlich eine fette Regenschauer. Klasse :-((

Jetzt aber schnell die Heizung an. Es dauert nicht lange und es wird merklich gemütlicher auf der JvG. Noch einen kleinen Absacker und schon fallen wir total müde in die Kojen. Doch einschlafen können wir nicht. Es ist ganz schön windig und die Fallen klappern am Mast. Ich bin immer wieder verwundert, wie laut das ist. Nach einer 1/2 Stunde gebe ich den Versuch, trotzdem einzuschlafen, auf und krabbel aus der Koje. Jacke an und die Fallen wegspannen. Jetzt aber schnell wieder in die warme Koje. 5 Min. später sind wir beide tief und fest am Schlafen.

Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht freundlicher. Dicke Wolken jagen über den Himmel, es ist immer noch windig. Ab und zu zieht auch eine kurze Regenschauer durch.

Schade! Zu viel Wind zum Auftakeln. Aber wir haben innen auch genug zu tun. So machen wir eine gründliche Inventur und ich staune wieder, wie gut die Jan van Gent ausgestattet ist. Wir nutzen die Gelegenheit und bringen die JvG, zumindest innen, auf Hochglanz.

Dann kündigt sich ein sehr guter Freund an, der trotz Corona-Krise 350 km gefahren ist, um sich von den stolzen Eignern das Schiff zeigen zu lassen. Natürlich mit dem geforderten Sicherheitsabstand von 1,5m. Ist ja bei einem über 11m langem und 3,80m breitem Schiff kein Problem. Selbst am Salontisch können wir den Abstand einhalten. Mein Freund ist begeistert und wir beide versprühen nur so die gute Laune.

Natürlich stoßen wir auf die JvG an und genehmigen uns den 1. Anleger im Cockpit. Inzwischen sind die Wolken und auch der Wind weg und es wird richtig schön.

Ich habe es immer noch nicht so richtig verinnerlicht, das wir jetzt auf unserem Schiff sitzen. Und das wir, wenn sich die Aufregung um Corona erst einmal gelegt hat, viele schöne Stunden auf der JvG verbringen werden. So hoffen und wünschen wir es uns jedenfalls.

Es wird ein sehr schöner Abend. Der 1. seit dem Kauf unseres Schiffes. Und das auch noch in Gesellschaft eines sehr guten Freundes. Wir beide sind trotz Corona und der damit verbundenen Sorgen um die Zukunft total glücklich. Und freuen uns auf die vielen Dinge, die wir in dieser Saison alle zum 1. Mal machen werden.

So wie den frisch aufgebrühten Kaffee, den wir am nächsten Morgen im Cockpit genießen. Und das gute Frühstück. Leider im Salon, was aber nicht schlimm ist, da der Salon, wenn die Sonne durch die riesigen Luken blinzelt, sehr wohnlich wirkt. Es ist ein wenig freundlicher geworden. Die Sonne blinzelt ab und zu durch die Wolken und man sieht kleine und größere blaue Flecken am Himmel, doch es kommt aus Westen noch ein breites Regenband nach Warkum (wie Workum auf niederländisch heißt).

Mein Freund muss wieder zurück. Und auch wir entscheiden uns, die Heimreise anzutreten. Ich kläre noch mit Michiel ein paar Punkte, vereinbare mit Frans für die nächste Woche einen Termin zum Auftakeln. Dann packen wir unsere 7-Sachen zusammen. Bevor wir unser Schiff verlassen kommen die Eigner der neben uns liegenden Skyfall, einer 7-Jahre alten Bavaria 36 cruiser. Mit diesem Schiff bin ich gesegelt als es noch bei Andreas (Thinius) in Charter lief. Es ergibt sich ein netter Plausch von Eigner zu Eigner. Natürlich mit dem geforderten Corona-Sicherheitsabstand.

Es ist schon ein komisches Gefühl, als wir die Schiebeluke schließen und von Bord gehen. Ich hoffe, bald wieder hier zu sein. Und dann nicht nach 72 Std. wieder nach Hause zu müssen.

Wir werden sehen.

Regenbogen

Noch eine Information zum Jachthaven It Soal: Das Sanitärgebäude ist natürlich geschlossen, der Hafenmeister (mit dem geforderten Corona-Sicherheitsabstand) und die Tankstelle sind offen. Liegeplatzinhaber und Passanten sind willkommen. Es wird gekrant und die Masten können gestellt werden. Der Charterbetrieb ist offen. Das Restaurant natürlich geschlossen.

2 Kommentare

  1. … ja es war wunderbar und wenn die normale Zeit zurück ist, wird wieder ganz entspannt genossen. Aber trotz aller Kompression des Törns auf 24h: ein tolles Schiff habt ihr, Kaffee war klar, Genever, Anleger, Käpt‘ns Dinner, netter Abend, erster Rotwein an Bord, Frühstück und ne Fritten vor der Rückfahrt. alles dabei . Ich wünsche Euch eine tolle Zeit auf Eurem Schiff!

    1. Wir fanden es richtig klasse, das Du >700 km gefahren bist, nur um ein paar Stunden auf der JvG zu sein. Deine Gesellschaft haben wir sehr genossen. Wir hoffen auf eine baldige Wiederholung. Dann für mehr als 24 Stunden.

      Mona & Charly

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